
Die Frage, ob Heben mit rundem Rücken schädlich für die Lendenwirbelsäule ist, beschäftigt viele Menschen. Traditionell wird empfohlen, immer „mit geradem Rücken“ zu heben. Doch was sagt die Forschung?
Was zeigt die aktuelle Evidenz?
Eine Studie aus dem Jahr 2021 untersuchte 26 gesunde Teilnehmer:innen in drei verschiedenen Hebepositionen:
- maximale Streckung der Lendenwirbelsäule
- neutrale Position
- maximale Beugung (runder Rücken)
Dabei wurden Bewegungsanalysen, Kraftmessungen und EMG-Messungen der Rückenstreckermuskulatur durchgeführt.
Ergebnis:
Die maximale Beugung schnitt in Bezug auf Kraft und Effizienz der Rückenmuskulatur am besten ab. Das bedeutet: Ein runder Rücken ist nicht automatisch schlechter.
Ist Heben mit rundem Rücken gefährlicher?
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2020 fand keine eindeutigen Belege, dass eine größere Beugung der Wirbelsäule ein Risikofaktor für Rückenschmerzen ist. Zwar war die Evidenzqualität niedrig, aber es gibt keinen klaren Hinweis auf erhöhte Gefahr.
Eine weitere Studie von 2022 untersuchte Arbeiter:innen mit und ohne Vorgeschichte von Rückenschmerzen.
Ergebnis: Personen mit Rückenschmerzen zeigten weniger Beugung beim Heben als jene ohne Schmerzen.
Das bedeutet:
➡️ Mehr Beugung (= runder Rücken) ist nicht mit Rückenschmerzen assoziiert.
➡️ Weniger Beugung (= übermäßig steifer Rücken) kann ebenfalls problematisch sein.
Fazit
Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, das Heben mit rundem Rücken grundsätzlich zu verteufeln.
Wichtig ist vielmehr:
- individuell passende Technik
- ausreichende Kraft
- regelmäßiges Training
- alltagsnahe Bewegung
Ein pauschales „Heben mit rundem Rücken ist gefährlich“ ist nicht haltbar.
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